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Immanuel Kant (painted portrait)

de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant

"Immanuel Kant verknüpfte das Prinzip der Transparenz untrennbar mit Rechtmäßigkeit und Legitimität einer Regierung. In seiner Schrift "Vom ewigen Frieden" (1795) überlegt er, unter welchen Umständen Staaten keinen Krieg mehr gegeneinander führen würden. Die Publizität spielt bei ihm dabei die Hauptrolle: Nur wenn Regierungen ihre Politik transparent und öffentlich machen, ist Frieden möglich. Wenn die Interessen der Regierungen mit denen der Regierten übereinstimmen, sei Krieg nicht mehr möglich. Die "transzendentale Formel des öffentlichen Rechts" beschreibt er folgendermaßen: "Alle auf das Recht anderer Menschen bezogene Handlungen, deren Maxime sich nicht mit der Publizität verträgt, sind unrecht." Mit Publizität könne "alles Misstrauen" entfernt werden. Eine Konsequenz daraus ist, dass es keine geheimen Nebenabreden zu internationalen Verträgen geben darf, damit die Bürger alles jederzeit kontrollieren können." (bpb)

"Auf der Basis dieses Prinzip steht die gegründete Hoffnung auf die Entfernung des Krieges vermittels der Föderalität verschiedener Staaten. Umgkehrt ist mangelnde Transparenz ein Kennzeichen der Nichtübereinstimmung der Politik mit der Moral und, so können wir folgern, der Annäherung des Krieges." (Dr. Karsten Poppe)

Auch als philosophische Rechtfertigung für Wikileaks gibt man sich schonmal den Kant. Nicht uninteressant, wie ich finde, denn gerade Wikileaks hält ja die Informationen über die Mitarbeiter - ausser Frontmann Assange - geheim. Gerade Wikileaks erkennt ja das besondere Schutzbedürfnis von bestimmten Informationen an - auch wenn dies ab und an daneben ging. So sehr auch Whistleblowing unterstützenswert ist - so sollte dies zugleich besondere Schutzbedürfnisse gewisser Informationen rechtfertigen. Ein Teufelskreis? Eher ein Hinweis zur klaren Differenzierung!! Zumindest beweist sich mal wieder, daß Wissen und Informationen bzw. diese zu publizieren oder eben nicht - Macht ist.


So enttäuscht ich auch von der Politik und unserem Rechtsstaat in puncto Friedens-Gesetzen bin, eine Anbindung an die Hohen Ziele, die sich im Philosophieren tummeln, möchte ich persönlich nicht verlieren.
Transparenz konterkariert das, was in der klassischen Politik der Moderne als Aufklärung definiert wurde: Wenn Immanuel Kant formulierte, dass Aufklärung der Ausgang des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit sei, dann lässt sich aus der Metapher der Aufklärung ein ganzes Zeitalter entfalten, einschließlich der Losung »sapere aude!« und schwerwiegender Probleme der reinen und praktischen Vernunft, Fragen der Erkenntnis und der Moral. Der gesamte Aufstieg und Niedergang des Bürgertums lässt sich daraus herleiten. »Beantwortung der Frage: Was ist Transparenz?« könnte der Titel einer philosophischen Persiflage auf Casting-Show-Niveau lauten. Die Frage lässt sich nur noch redundant und idiotisch beantworten: Transparenz ist Transparenz. Punkt. Kein Erkenntnisproblem, keine Frage der Moral, keine Bestimmung der Vernunft wird davon auch nur annähernd gestreift. Die Klarheit und den Durchblick, welche die Transparenz wo auch immer – politisch, ökonomisch, sozial, privat usw. – verspricht, sind nie mehr als eben einfach Klarheit und Durchblick. Je stärker und energischer Transparenz zur politischen Forderung wird, desto weniger zielt diese Forderung auf mehr und weiteres als einfach nur ein bisschen Akteneinsicht und Informationsfluss. (jungle-world)

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