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Hambacher Symposium 2011 - „Wie viel Öffentlichkeit verträgt der Rechtsstaat?"-0

Hambacher Symposium 2011 - „Wie viel Öffentlichkeit verträgt der Rechtsstaat?"-0

"Demokratie. Transparenz und Öffentlichkeit sind Grundpfeiler der Demokratie. Reversibilität und Selbstbestimmung ebenso."
("APHORIS II", © Andreas Stahl)

Öffentlichkeit ist ein "als Gesamtheit gesehener Bereich von Menschen, in dem etwas allgemein bekannt [geworden] und allen zugänglich ist" (Duden)

"Öffentlichkeit bezeichnet jenen gesellschaftlichen Bereich, der über den privaten, persönlichen, relativ begrenzten Bereich hinausgeht, für die Allgemeinheit offen und zugänglich ist. Öffentlichkeit und damit (z. B. durch Massenmedien hergestellte) Transparenz in öffentlichen Angelegenheiten (z. B. auch politischen Entscheidungen) sind eine wichtige Voraussetzung der öffentlichen Kontrolle politischer Macht." (bpb)

"Öffentlichkeit bezeichnet im weitesten Sinne die Gesamtheit aller Umstände, die für die Bildung der öffentlichen Meinung von Bedeutung sind, wobei der allgemein freie Zugang zu allen relevanten Gegebenheiten sowie deren ungehinderte Diskutierbarkeit entscheidende Kriterien sind." (Wikipedia)

HerkunftBearbeiten

776px-Forum romanum 1880

http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentlichkeit

Der Begriff "Öffentlichkeit" wurde ursprünglich nur im Sinn "Öffentlicher Gerichtsverhandlungen" genutzt (siehe auch "Judikative Transparenz"). Im 17. Jhd. auch im Kontext der Literatur- & Kunstkritik, im 18. Jhd. durch die Aufklärung auch politisch-sozial. "Man unterschied ab dem 17. Jh. zwischen „vermachteter“, d.h. staatlich-verwaltungstechnischer Öffentlichkeit und eben jener, der nicht-staatlichen, Öffentlichkeit, die später (im 20. Jh.) unter dem Begriff der Zivilgesellschaft als eine „nicht-vermachtete“ (Gegen-) Öffentlichkeit (Jürgen Habermas) bezeichnet wurde.[...]
62

62. Transparency of Position and Opposition about Public Opinion

Nach altgriechischem Ideal ist gemäß Hannah Arendt die Teilnahme an der Öffentlichkeit der Polis auf der Agora dem freien Bürger vorbehalten, der die Lebensnotwendigkeiten des privaten Haushalts (Oikos) überwunden hat und in die freie Sphäre der Öffentlichkeit übergehen kann. Dieser Logik folgend ist ein arbeitender Mensch nicht frei, da er noch mit Lebensnotwendigkeiten beschäftigt ist, welche ihn der Freiheit berauben."
(Wikipedia)

"Öffentlichkeit ist „ein historischer Begriff von bemerkenswerter Schwammigkeit“ (Negt/Kluge 1972: 17).

Schwierig scheint es überdies, eine neutrale Begriffsbeschreibung zu finden, wenn man bedenkt, dass ‘Öffentlichkeit’ […] einer jener revolutionären Begriffe des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts [ist], die durch die Aufklärungsphilosophie zu Kampfinstrumenten der politischen Propaganda geschmiedet worden sind: seitdem gilt Öffentlichkeit als ein entscheidendes Kriterium zumindest der politischen Vernunft, wenn nicht der Vernunft überhaupt […]. Denn Öffentlichkeit ist das soziale Medium, in dem sich die politische Autorität nicht nur legitimieren, sondern auch – und dies ist ein spezifischer Zug der modernen Welt seit dem 18. Jahrhundert – allererst bilden soll. (Hölscher 1979: 7)" Das Konzept Öffentlichkeit

Teil-ÖffentlichkeitenBearbeiten

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Öffentlicher RaumBearbeiten

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Bürgerliche ÖffentlichkeitBearbeiten

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Systemtheoretische ÖffentlichkeitBearbeiten

"Öffentlichkeit wird in der Systemtheorie als "Zirkulationssphäre relevanter Themen" bezeichnet, als eine Arena oder ein Forum, in dem relevante Themen diskutiert werden. Denn Aufmerksamkeit ist knapp und so kann die Gesellschaft nicht mit beliebig vielen Themen gleichzeitig fertig werden. Die Öffentlichkeit bzw. die öffentliche Meinung konzentriert sich also auf die wichtigsten Themen.

Dabei versteht Luhmann Öffentlichkeit weiter als selbstreferentielles System mit "Spiegelfunktion". Die öffentliche Meinung ist ein Spiegel, bei dem es darum geht, zu beobachten, wie der Beobachter selbst und andere in der Öffentlichkeit abgebildet werden." (kontexte-agentur.de)

Strukturwandel der ÖffentlichkeitBearbeiten

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Öffentlichkeit und TransparenzBearbeiten

"Der Wissenschaftler Tero Erkkilä hat in einer interessanten Untersuchung den Abstieg des Begriffs „Öffentlichkeit“ und den Aufstieg des Begriffs „Transparenz“ in den politischen Texten Finnlands der letzten Jahrzehnte empirisch herausgearbeitet.

Der Begriff der Öffentlichkeit beinhaltet implizit auch die Anforderung an einen Diskurs. Transparenz hingegen fokussiert als Begriff stärker auf die reine Outputdimension. Aus Sicht einer Transparenz herstellenden Institution kann die Forderung nach Transparenz leichter zu erfüllen sein als die Forderung nach Öffentlichkeit." '- Reflektion zu Transparenz und Politik - Christian Humborg 

"Die Öffentlichkeit fällt fatalerweise mit dem Terror der Intimität, der Enthüllung und der Entblößung zusammen. Die Kombination von Gericht und Medien ist inhuman. Vielleicht wäre mehr Gerechtigkeit, mehr Wahrheit möglich, wo weniger Zwang zur Transparenz herrschte. Eine kommunikative Gesellschaft, die sich selbst transparent ist, ist ein Ideal der Aufklärung. Sie manifestiert sich aber heute als eine Gesellschaft totaler Kontrolle, des Verdächtigens, des Misstrauens und der Entblößung. Die totale Transparenz ist Gewalt." ("Nur eine Maschine ist transparent" Byung-Chul Han brandeins)

WhistleblowingBearbeiten

LinksBearbeiten